Logopädische Therapie

Was bedeutet Logopädie?

Die Fähigkeit zu Kommunizieren ist eine der wichtigsten Fähigkeiten der Menschen. In allen Lebensbereichen entfällt ein Großteil der Kommunikation auf die Sprache. Die therapeutische Fachdisziplin „Logopädie“ befasst sich mit den möglichen Beeinträchtigungen des Sprach-, Sprech-, Stimm-, Schluck- und Hörvermögens – kurz gesagt: Mit allem, was die (Aus-) Sprache beeinflusst. Zu den Themenbereichen der Logopädie gehören Diagnostik, Therapie, Rehabilitation, Prävention und Beratung im Hinblick auf Stimme, Sprache, Sprechen und Schlucken.

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Wie arbeiten wir?

Stimme und Sprache sind sehr sensible Bereiche im menschlichen Zusammenleben. Deshalb nehmen wir Ihr Anliegen sehr ernst und nehmen uns für Sie Zeit.

Vor der eigentlichen Behandlung führen wir ein ausführliches Beratungsgespräch mit Ihnen durch. Daran anschließend testen wir Ihre Sprach-, Atem, Stimm- oder Schluckfunktion. Zusammen mit dem ärztlichen Befund bilden wir daraus die Grundlage für eine Diagnose. Und dann erst beginnen wir mit der Behandlung.

Untersuchung

Zu Beginn werden Artikulation, Wortschatz, Grammatik, Verstehen von Sprache, Schreib- und Leseleistungen, aber auch die Atem-, Stimm- und Schluckfunktion getestet. Die Ergebnisse dieser Untersuchung bilden zusammen mit dem ärztlichen Befund die Grundlagen für die Auswahl der Behandlungsmethoden für die wirkungsvollste Therapie.

Therapie

Jede logopädische Therapie enthält neben spezifischen Übungen Gespräche über den Therapieverlauf und den zu erwartenden Erfolg sowie die Anleitung zum selbstständigen Üben. Sie berücksichtigt immer die individuelle Lebenssituation des Patienten. Besondere Beachtung findet die Einbeziehung der Angehörigen in die Therapie. Im familiären Alltag entstehen häufig Konfliktsituationen, die aus Missverständnissen durch eine unzureichende Kommunikation entstehen. Beide Seiten sind im Alltag häufig hilflos und überfordert. Zur Therapie gehört deshalb auch eine Beratung, um die besten Voraussetzungen zu schaffen, sich auf Therapie und Verbesserung der Verständigung zu konzentrieren.

Beratung

Die logopädische Beratung beinhaltet die Aufklärung über Ursache und Auswirkungen der jeweiligen Kommunikationsstörung. Sie informiert über die Inhalte und den Verlauf der Behandlung und gibt gezielte Hinweise zum verbesserten Umgang im Alltag, denn gegenseitiges Verständnis und Problembewusstsein sind wichtige Grundlagen auf dem Weg zur erfolgreichen Therapie. Mögliche Störungen der Therapie werden so vermieden. Bei Bedarf können Selbsthilfevereinigungen oder zusätzliche psychologische Behandlung vermittelt werden. Bei Fragen zur Einschulung bzw. Wiedereingliederung in den Beruf ist häufig ein logopädisches Gutachten gefordert.

Wer wird logopädisch behandelt?

Logopäden untersuchen und behandeln Menschen jeden Alters mit Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen, die organisch oder funktionell verursacht werden.

Dies können sein:

  • Säuglinge und Kleinkinder mit angeborenen Fehlbildungen im Gesichtsbereich, mit Körperbehinderungen oder angeborenen Hörstörungen.
  • Kleinkinder und Schulkinder mit Problemen des Spracherwerbs bzw. der Aussprache oder mit Lese- Rechtschreibschwierigkeiten.
  • Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Redeflussstörungen, z. B. Stottern.
  • Jugendliche und Erwachsene mit Schädel- oder Hirnverletzungen, z. B. nach Verkehrsunfällen.
  • Erwachsene mit internistischen und neurologischen Erkrankungen, wie z. B. Schlaganfall, Morbus Parkinson, Multiple Sklerose, Amyotrophe Lateralsklerose.
  • Berufstätige mit hoher stimmlicher Belastung wie ErzieherInnen, LehrerInnen, SchauspielerInnen und SängerInnen.
  • Erwachsene nach Kehlkopfoperationen.
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Was kann der Arzt verordnen?

Die logopädische Behandlung kann von einem Arzt verordnet werden und erfolgt in Einzel- oder Gruppentherapie. Im Einzelfall ist auch die Verordnung von Hilfsmitteln, z. B. elektronischen Kommunikationsgeräten, möglich. In diesem Fall zählen zur logopädischen Behandlung auch die individuelle Anpassung des Gerätes sowie das Gebrauchstraining für Patienten und deren Angehörige. Der erste Termin beim Logopäden ist in der Regel eine detaillierte Befundaufnahme, bei der die Störung schriftlich dokumentiert wird.

Therapieablauf

Kompetent, umfassend, einfühlsam

Am Anfang jeder Therapie steht ein umfassendes Anamnesegespräch. Dieses gibt uns die Möglichkeit, Sie und Ihre Wünsche kennenzulernen.
Als Basis jeder Therapie erfolgt eine Diagnostik mit Materialien, die dem neuesten Kenntnisstand der Wissenschaft entsprechen. Anhand der Ergebnisse und Ihrer Wünsche legen wir gemeinsam mit Ihnen das Ziel der Therapie und den Weg dahin fest.
Im Laufe der Therapie ist neben der Arbeit mit unserem Patienten auch die Zusammenarbeit mit Angehörigen, Pflegekräften, anderen Therapeuten und Ärzten ein wichtiger Aspekt: Transparenz für Eltern, Anleitung von Altenpflegern, fachlicher Austausch und Abstimmung der Therapieinhalte mit Ergo- und Physiotherapeuten sowie enger Kontakt mit den verordnenden Ärzten sind für uns selbstverständlich.